DOSB-Vereinswettbewerb 2020: Jetzt bewerben und bis zu 5.000 € für Ihre Verbandsarbeit gewinnen! 

Gewalt hat viele Gesichter und sie betrifft Mädchen und Frauen in besonderem Maße. In der Corona-Krise sind soziale Kontakte eingeschränkt, Konflikte und häusliche Gewalt nehmen zu. Wir möchten die Möglichkeiten des Sports nutzen, Aufmerksamkeit zu erzeugen und Betroffene zu unterstützen. Daher ruft der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dazu auf, gemeinsam mit seinen 90.000 Vereinen und weiteren Akteur*innen starke Netze gegen Gewalt zu knüpfen.  

Dafür schreibt der DOSB mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zum fünften Mal den Vereinswettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ aus. Gewürdigt werden Beispiele besonders gut gelungener Zusammenarbeit im Kampf gegen Gewalt auf lokaler und regionaler Ebene. Dazu zählen  Kooperationen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. gemeinsam erstelltes Informationsmaterial, gemeinsame Pressearbeit etc.), langfristige Konzeptionen, die sich für die Sensibilisierung und Enttabuisierung des Themas einsetzen (z.B. Mitarbeit an „Runden Tischen gegen Gewalt“) oder auch Aktionen, die auf Präventions- und Beratungsangebote vor Ort hinweisen (z.B. ein gemeinsamer Aktionstag). 

DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzschoppe betont, dass gerade Sport auch Schutz vor Gewalt bieten kann: “Mit sportlicher Aktivität können Ängste abgebaut und die Gewissheit der eigenen Fähigkeiten gestärkt werden. Sport im Verein kann Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Selbstvertrauen geben und ebenso Vertrauen zu anderen ermöglichen. Fundamental dafür ist ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Wertschätzung sowie eine Kultur des Hinsehens. In einem solchen Klima kann im Miteinander des Vereins auch die Aufmerksamkeit und Sensibilität gedeihen, um Betroffenen von Gewalt im familiären Bezug zu helfen, durch ein soziales Umfeld mit Personen, denen sie sich anvertrauen können und die für Hilfe sorgen. Vereine können auch in diesem Sinne eine Schutzfunktion ausüben.“ 

Zum Hintergrund: Zwei von drei Frauen erleben in ihrem Leben sexuelle Belästigung, jede siebte Frau wird Opfer schwerer sexualisierter Gewalt, fast jede vierte Frau wird im Laufe ihres Lebens mit einer Form von Stalking konfrontiert und etwa jede vierte Frau erleidet  mindestens einmal körperliche und/oder sexualisierte Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Beziehungspartner. Frauen mit Behinderung sind doppelt so häufig körperlicher Gewalt ausgesetzt wie nichtbehinderte Frauen. Auch im Sport kann es, begünstigt etwa durch körperliche und emotionale Nähe, Hierarchien und Abhängigkeiten zu Gewalt kommen. Der DOSB vertritt eine klare Haltung gegen Gewalt und Diskriminierung in jeglicher Form, ganz egal, ob körperlich, psychisch oder sexualisiert. Dabei kooperiert der DOSB mit starken Partner*innen aus unterschiedlichen Bereichen und unterstützt zum Beispiel das Hilfetelefon und die vor kurzem gestartete Initiative „Stärker als Gewalt“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.  

Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey: „Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, sie kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor. Als Frauenministerin arbeite ich mit aller Kraft daran, dass Betroffene die Hilfe bekommen, die sie benötigen, um sich von Gewalt zu befreien. Deshalb haben wir die bundesweite Initiative ´Stärker als Gewalt` gestartet. Sie soll Hilfsangebote bekannter machen und von Gewalt betroffene Frauen und Männer ermutigen, sich Unterstützung zu holen. Mit der bundesweiten Aktion ´Zuhause nicht sicher?` weisen rund 26.000 Supermärkte mit Plakaten auf die Initiative ´Stärker als Gewalt` hin. Ich freue mich sehr, dass wir den DOSB hier mit an Bord haben. Der Sport schafft Gemeinsamkeiten und bringt viele Menschen zusammen. Im Sportverein kennt man sich und achtet auf einander. Gemeinsam sagen wir heute: Gewalt hat keinen Platz in unserer Mitte. Wir stärken unsere gesellschaftlichen Strukturen im Kampf gegen Gewalt: für ein starkes Netz, auf das sich Betroffene im Ernstfall verlassen können. Ich danke dem DOSB für seinen wichtigen Beitrag zu Prävention und Aufklärung im Kampf gegen Gewalt.“ 

Und Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“, sagt, dass der Sport in diesem Thema eine besondere Aufgabe hat: „Auch im Sport hat sexualisierte Gewalt keinen Platz! Diese wichtige Botschaft sendet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit seiner Aktion ´Starke Netze gegen Gewalt`, mit der sich Jahr für Jahr zahlreiche Vereine gegen Gewalt an Frauen einsetzen. Sportvereine haben eine wichtige Verantwortung, bei allen Formen sexualisierter Gewalt im Sport genau hinzusehen und präventiv einzuschreiten. Sie dürfen nicht zulassen, dass Gewalt bagatellisiert und Betroffene erneut viktimisiert werden. Vielmehr gilt es, ihnen aufmerksam zuzuhören und sie darin zu bestärken, sich Anderen anzuvertrauen. Die Botschaft muss lauten: Ihr habt das Recht, Hilfe und Unterstützung zu bekommen – sei es beim Hilfetelefon ´Gewalt gegen Frauen`, einer Beratungsstelle oder bei jemandem aus dem sozialen Umfeld. Selbstbestimmung und Schutz vor sexualisierter Gewalt müssen auch im Sport oberstes Gebot sein“. 

Alle Sportvereine sind herzlich eingeladen, mitzumachen und sich zu bewerben.   

Statement von Frau Bundesministerin Dr. Franziska Giffey zur Aktion "Starke Netze gegen Gewalt"

„Gewalt gegen Frauen geht uns alle an, sie kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor. Als Frauenministerin arbeite ich mit aller Kraft daran, dass Betroffene die Hilfe bekommen, die sie benötigen, um sich von Gewalt zu befreien. Deshalb haben wir die bundesweite Initiative ´Stärker als Gewalt` gestartet. Sie soll Hilfsangebote bekannter machen und von Gewalt betroffene Frauen und Männer ermutigen, sich Unterstützung zu holen. Mit der bundesweiten Aktion ´Zuhause nicht sicher?` weisen rund 26.000 Supermärkte mit Plakaten auf die Initiative ´Stärker als Gewalt` hin. Ich freue mich sehr, dass wir den DOSB hier mit an Bord haben. Der Sport schafft Gemeinsamkeiten und bringt viele Menschen zusammen. Im Sportverein kennt man sich und achtet auf einander. Gemeinsam sagen wir heute: Gewalt hat keinen Platz in unserer Mitte. Wir stärken unsere gesellschaftlichen Strukturen im Kampf gegen Gewalt: für ein starkes Netz, auf das sich Betroffene im Ernstfall verlassen können. Ich danke dem DOSB für seinen wichtigen Beitrag zu Prävention und Aufklärung im Kampf gegen Gewalt.“ 

Statement von Petra Söchting, Leiterin des Hilfetelefons, zur Aktion "Starke Netze gegen Gewalt"
„Auch im Sport hat sexualisierte Gewalt keinen Platz! Diese wichtige Botschaft sendet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit seiner Aktion ´Starke Netze gegen Gewalt`, mit der sich Jahr für Jahr zahlreiche Vereine gegen Gewalt an Frauen einsetzen. Sportvereine haben eine wichtige Verantwortung, bei allen Formen sexualisierter Gewalt im Sport genau hinzusehen und präventiv einzuschreiten. Sie dürfen nicht zulassen, dass Gewalt bagatellisiert und Betroffene erneut viktimisiert werden. Vielmehr gilt es, ihnen aufmerksam zuzuhören und sie darin zu bestärken, sich Anderen anzuvertrauen. Die Botschaft muss lauten: Ihr habt das Recht, Hilfe und Unterstützung zu bekommen – sei es beim Hilfetelefon ´Gewalt gegen Frauen`, einer Beratungsstelle oder bei jemandem aus dem sozialen Umfeld. Selbstbestimmung und Schutz vor sexualisierter Gewalt müssen auch im Sport oberstes Gebot sein“. 

Statement von Kirsten Bruhn, Botschafterin der Aktion "Starke Netze gegen Gewalt"
"Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderung, ganz egal welcher Art, kommt  häufiger vor, als man denkt. Und wird dann gern auch mal heruntergespielt. Mit der Aktion kann es uns gelingen, das Thema aus der Tabuzone herauszuholen und Mädchen und Frauen selbstbewusster zu machen. Für mich hat Gewalt im Sport und außerhalb keinen Raum!"

Starke Netze gegen Gewalt

Seit 2008 stellt der DOSB mit seiner Aktion „Starke Netze gegen Gewalt: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen!“ eine Plattform zur Prävention dar und ruft jährliche seine Sportvereine auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Denn im und durch Sport erfahren Mädchen und Frauen Selbstsicherheit und sie erlernen Techniken der Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Ein starkes Netzwerk aus 12 Aktionspartnerinnen rund um den DOSB – Frauenorganisationen, Hilfevereinigungen, (Kampf-)Sportverbände – bietet den Sportvereinen fachliche, mediale und organisatorische Unterstützung und Begleitung für ein Engagement gegen Gewalt.  

Motive der Aktion: Zahlen des „Gewalt gegen Frauen-Surveys“ der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte von 2014 legen dar, dass mehr als jede dritte Frau in Deutschland seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren hat. 60 Prozent der Frauen wurden sexuell belästigt. Für den DOSB folgt daraus ein klarer Auftrag, sich für eine Kultur im Sport einzusetzen, die solcherart Gewalt keinerlei Raum bietet, sondern die von Respekt, Wertschätzung und einem aufmerksamen Miteinander geprägt ist.

Aktionspartner/innen der Aktion

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