Wir für Vielfalt

Diese Aussage beschreibt die enorm gewachsene soziale Vielfalt der Menschen, die heute Sport treiben. Von einem wachsenden Sportinteresse über die verschiedenen Bevölkerungsgruppen hinweg profitieren auch die mehr als 90.000 Sportvereine in Deutschland.

Die damit einhergehende Vielfalt an Motiven, Interessen, körperlichen Voraussetzungen, kulturellen oder religiösen Hintergründen, zeitlichen oder finanziellen Ressourcen stellt gleichzeitig eine der größten Herausforderungen des organisierten Sports für die Zukunft dar, will er dauerhaft Mitglieder, freiwillig Engagierte und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen für sich gewinnen und binden.

Die erfolgreiche Integration vieler sozialer Gruppen bildet einerseits die existenzielle Grundlage für den organisierten Sport und ist andererseits gesellschaftspolitisch notwendig, soll das Motto „Sport für alle“ dauerhaft realisiert werden.

Veranstaltungen

BundesNetzwerkTagung der queeren Sportvereine (BuNT)

Am Wochenende vom 13. bis 14. Oktober 2018 kamen die queeren Sportvereine aus Deutschland in Berlin zur ersten BundesNetzwerkTagung (BuNT) zusammen, um sich gemeinsam mit weiteren Gästen aus Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und dem organisierten Sport auszutauschen, neue Projekte zu entwickeln und die Zusammenarbeit im Kampf insbesondere gegen Homo- und Trans*feindlichkeit im Sport zu intensivieren.

Diskriminierung aufgrund sexueller und geschlechtlicher Identität spielt immer noch eine große Rolle im Sportalltag. Dies muss sich ändern, findet auch DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe: „Dieser öffentliche Diskurs ist wichtig und wird dazu beitragen, Sportorganisationen über das Thema aufzuklären und Betroffene aktiv zu unterstützen.“ Und auch Bundesministerin Dr. Franziska Giffey bezieht Stellung in ihrem Grußwort: „Ich bin sehr gern Schirmfrau dieser Veranstaltung; denn es ist gut, dass Vereine die Inklusion von LSBTIQ* im Freizeit-, Breiten- und Wettkampf-Sport vorantreiben. Nutzen Sie die Möglichkeit der Vernetzung mit Wissenschaft, Politik und dem organisierten Sport, damit alle Menschen frei von Vorurteilen und Diskriminierung Sport treiben können.“

Im Rahmen der Tagung diskutierten erstmals viele Personen aus Sportorganisationen, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam über queere Belange im Sport. Spannende Fachvorträge und zahlreiche Workshops boten Raum für Austausch und Ideen, wie eine tolerante und respektvolle Sportlandschaft in Deutschland vorangetrieben werden kann.

Vorspiel - Sportverein für Schwule und Lesben Berlin e.V. organisierte die BundesNetzwerkTagung 2018. Sie wurde unterstützt durch Seitenwechsel - Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e. V., den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie den Landessportbund Berlin. Die Tagung wird gefördert von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung (hms) und ihre Dokumentation vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Schirmpersonen der Veranstaltung waren Bundesministerin Dr. Franziska Giffey und DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe. 

Im Oktober wurde bereits das von allen Teilnehmenden beschlossene Positionspapier mit den Forderungen für eine vielfältige und respektvolle Sportlandschaft veröffentlich, siehe hier.

Ab sofort steht nun auch die Dokumentation der BuNT 2018 zur Verfügung! 

Herausgegeben von Seitenwechsel – Sportverein für FrauenLesbenTrans*Inter* und Mädchen e. V. – und redaktionell unterstützt durch Vorspiel SSL Berlin e. V. bietet die Broschüre einen Überblick über Inhalte und Schwerpunkte der Tagung, gibt Ausblicke auf eine Weiterentwicklung und Umsetzung, listet offene Fragen auf und gibt Anregungen für die Praxis: 

     Queerer Sport gestern – heute – morgen
     Normierung von Geschlecht und Sexualität im Sport
     Vereinskulturen und –praxen/Vereinsleben
     Organisation – Struktur – Vernetzung
     Information – Bildung – Aufklärung

Die Erstellung der Broschüre wurde gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

Mit der BuNT 2018 und der Dokumentation sollen weitere Diskussionsprozesse und regelmäßige Austausche angestoßen werden, um den Sport in Deutschland vielfältig und respektvoll zu gestalten. Für Fragen, Anregungen und Kritik steht das BuNT-Team weiterhin zur Verfügung: bunt@remove-this.vorspiel-berlin.de.  

Eine BundesNetzwerkTagung 2019 (BuNT 2019) ist derzeit in Planung, Informationen darüber werden in Kürze veröffentlicht.

Transidentität und Intersexualität

Im November 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass bei standesamtlichen Einträgen neben "männlich" und "weiblich" ein dritter Geschlechtereintrag wie "anders" oder "divers" möglich sein muss, weil alles andere diskriminierend sei. Auch der organisierte Sport setzt sich seit einiger Zeit mit dem Thema geschlechtliche Uneindeutigkeit auseinander. Seit 2016 widmet sich der DOSB auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität (dgti) in einer internen Arbeitsgruppe dem Thema Transidentität und Intersexualität. Im ersten Ergebnis sind auf der Grundlage von Beratungen mit der dgti und dem Bundesverband Intersexueller Menschen Informationen und Daten für den Sport aufbereitet und auf dieser Internetseite veröffentlicht.

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Homosexualität

Gegen Diskriminierungen aufgrund sexueller Orientierung agierte der DOSB bislang überwiegend auf der sportpolitischen Ebene. So gehörte zu den Erstunterzeichnern der Charta der Vielfalt in 2007, Verabschiedete unter anderem einen Beschluss zu Chancengleichheit und Vielfalt im Sport 2011 und unterzeichnete gemeinsam mit anderen Sportorganisationen auf Initiative der Magnus-Hirschfeld-Stiftung die Berliner Erklärung gegen Homophobie im Sport in 2013 Im Rahmen der Olympischen Winterspiele in Sotchi 2014 nahm der DOSB das kurz zuvor in Kraft getretene sogenannte Propaganda-Gesetz „Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen“, um gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) die Athletinnen und Athleten über die Situation in Russland und die Haltung des DOSB zu informieren und aufzuklären.

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Charta der Vielfalt

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Schirmherrin. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, unterstützt die Initiative.

Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

Die Charta der Vielfalt wurde von Daimler, der BP Europa SE (ehemals Deutsche BP), der Deutschen Bank und der Deutschen Telekom im Dezember 2006 ins Leben gerufen. Mehr als 1.750 Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben die Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet und kontinuierlich kommen neue Unterzeichner hinzu.

Der DOSB unterzeichnete die Charta im Dezember 2007.

(Quelle: Charta-der-Vielfalt.de)

Die Charta im Wortlaut

Sport bewegt Vielfalt

Stadtentwicklung gemeinsam aktiv gestalten

Der demografische Wandel, der Zuzug von Menschen anderer Kulturen sowie veränderte Familienbilder und Geschlechterrollen machen unsere Gesellschaft zunehmend heterogener und diverser. Diese Vielfalt ist Belebung, sie kann aber auch negative Erscheinungen wie Gentrifizierung, Milieubildungen und Ausgrenzung mit sich bringen. Kommunen müssen daher Lösungen entwickeln, um attraktiv und lebenswert für alle zu sein und zu bleiben.

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