„Mentoring und Chancengleichheit im Sport“

In den vergangenen Jahren wird, aufbauend auf erfolgreichen Konzepten aus der Wirtschaft und Wissenschaft, zunehmend die Strategie des Mentoring als Erfolg versprechende Maßnahme diskutiert, den Anteil von Frauen in Spitzenpositionen des Sports anzuheben.

Die Dissertation von Britt Dahmen greift die Strategie des Mentoring im Zusammenhang mit der Herstellung von Chancengleichheit im Sport nun auf wissenschaftlicher Basis auf und knüpft damit an verschiedene erste Praxiserfahrungen einiger Verbände an.

Hinter dem Begriff Mentoring steht der gezielte Aufbau einer Beratungs- und Unterstützungsbeziehung zwischen einer (betriebs-)erfahrenen Führungskraft (Mentor/in) und einer Nachwuchskraft mit Führungs- und Entwicklungspotenzial (Mentee). Mentorinnen und Mentoren stehen dem Führungsnachwuchs bei ihrer individuellen Lebens- und Karriereplanung zur Seite, beraten bei Konflikten, stärken bei der Entwicklung von Potenzialen, bieten Zugang zu (informellen) Netzwerken und führen ein in die Spielregeln der Führung im Sport. Mentoring setzt somit einerseits stark an der individuellen Entwicklung von Frauen an und unterstützt bei der Überwindung spezifischer Hürden. Andererseits stecken in der Strategie aber auch Potenziale in der grundlegenden Veränderung von sozialen Strukturen, die Frauen bislang den Weg in die Führung erschweren.

In der Veröffentlichung „Mentoring und Chancengleichheit im Sport“ werden die verschiedenen Ansätze von Mentoring-Programmen in Sportorganisationen vor dem Hintergrund der Strukturen von Freiwilligenorganisationen reflektiert sowie systematisch auf ihre Potenziale zur Veränderung von Geschlechterverhältnissen in der Führung des Sports hin untersucht. Als Fallbeispiele wurden die ersten Mentoring-Programme des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes (adh), des Deutschen Turner-Bundes (DTB), des Deutschen Fechter-Bundes und der Sportjugend NRW aufgegriffen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Frauen in hohem Maße von der Beteiligung an Mentoring-Programmen im Sport profitieren können und dass auch strukturell Veränderungen eingeleitet werden können. Dieser Erfolg ist jedoch von entsprechenden Rahmenbedingungen abhängig. Mentoring-Programme im organisierten Sport brauchen spezifische Herangehensweisen, um den Herausforderungen von ehrenamtlich geprägten (Führungs-)Strukturen Erfolg versprechend zu begegnen. Dies gilt einerseits für die Entwicklung organisatorischer Rahmenbedingungen, andererseits für die Entwicklung von Zielsetzungen und für die Programmgestaltung.

Die Veröffentlichung von Britt Dahmen bietet einerseits eine breite Übersicht über wissenschaftliche Erkenntnisse zu Geschlechterverhältnissen in Führungspositionen (nicht nur) im Sport sowie die Bedeutung von Mentoring-Programmen für mehr Chancengleichheit.

Andererseits verschafft sie einen tiefen Einblick in die Praxis und erste „Gehversuche“ von Mentoring-Programmen im Sport. Die abschließenden Handlungsempfehlungen ermöglichen schließlich eine zielorientierte Professionalisierung entsprechender Projekte für die Zukunft.

 

Dahmen, Britt (2008). Mentoring und Chancengleichheit im Sport. Eine qualitative Fallstudie von Mentoring-Programmen für Frauen in Sportorganisationen. Köln: Sportverlag Strauß.



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