Integration fordern und fördern

Expertengespräch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zum Thema „Integration fordern und fördern – Situation von Frauen und Mädchen verbessern“ am 04.07.07

Bundestagsabgeordnete und ExpertInnen
Bundestagsabgeordnete und ExpertInnen

„Frauen sind der Motor einer erfolgreichen Integration“, betonte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Maria Böhmer, am 4. Juli 2007 in Berlin. Im Vorfeld des Nationalen Integrations-gipfels am 12. Juli 2007 hatte die CDU/CSU-Fraktion des Bundestags ExpertInnen mit unter-schiedlichen kulturellen Hindergründen zu einem Gespräch über die Situation von Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund geladen. 

Sprachkenntnisse sind die Voraussetzung, Bildung ist der Schlüssel und Arbeit die Lebensperspektive für eine gleichberechtigte Teilhabe von Migrantinnen an der deutschen Gesellschaft, umriss Böhmer zentrale Handlungsfelder. Im Bereich der schulischen Bildung haben Mädchen mit Migrationshintergrund gegenüber den Jungen die Nase vorn, sie machen die besseren Abschlüsse und sind motivierte, betonte Böhmer. Die große Diskrepanz zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung bei den Mädchen müsse jedoch verkleinert werden, mahnte Heinen - Vorsitzende der Frauen-Union. 35 Prozent der Männer mit Migrationshintergrund können keine abgeschlossene Berufsausbildung vor-weisen, bei den Frauen sind es dagegen 44 Prozent.

Integration durch Sport
Wie ein guter Weg aussieht, um mit religiösen und kulturellen Barrieren umzugehen, wurde von den ExpertInnen am Beispiel des Sports kontrovers diskutiert.

Die Karatemeisterin und Integrationsbotschafterin des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Ebru Shikh Ahmad, plädierte für getrennte Kurse, um Mädchen die Teilnahme am Schwimmunterricht zu erleichtern. Sie selbst hatte als Jugendliche das Schwimmen wegen ihres Vaters aufgegeben, da dieser Vorbehalte gegenüber dem Tragen eines Badeanzugs in der Öffentlichkeit hatte. Die dreifache Karate-Europameisterin kam dann zum Kampfsport – die langärmlige Sportbekleidung genügte den Ansprüchen des Vaters. Aylin Selcuk, Gründungsmitglied des Vereins „Die Deu(tsch)-(tür)Kische Generation lehnte dagegen nach Geschlechtern getrennte Sportkurse ab und plädierte für mehr Aufklärung. Ihrer Überzeugung nach sollten türkische Vereine positiv auf Eltern einwirken, die ihre Töchter nicht am Sport teilnehmen lassen möchten.

In der Diskussion zeigte sich, dass der Sport ein besonderes soziales Experimentierfeld für Mädchen mit Migrationshintergrund darstellt. Der Sport eröffnet die Möglichkeit, Selbstbewusstsein zu entwickeln und unterschiedliche Kulturen kreativ zu verbinden.

Erfolgreiche Integrationspolitik sieht eine wichtige Aufgabe in der Unterstützung von Frauen mit Migrationshintergrund. Es sind gerade Frauen, die die Integration der nächsten Generation entscheidend prägen. Deshalb müssen wir ihre Potenziale stärken erklären der Vorsitzende der Fraktions-Arbeitsgruppe „Integration“, Hartmut Koschyk MdB, die Beauftragte der Bundesregierung für Integrati-on, Maria Böhmer MdB, und die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ursula Heinen MdB.

Die Kanzlerin lädt am 12. Juli 2007 zum zweiten Nationalen Integrationsgipfel und stellt dort den Nationalen Integrationsplan vor.

 


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