Frauenpower tut dem Sport gut!

DSB-Präsidiumsmitglied Ilse Ridder-Melchers zum Internationalen Frauentag am 8. März 2006

 

Seit seinen Anfängen 1911 ist der Internationale Frauentag ein Tag, an dem sich Frauen weltweit für Frieden, für die Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte, für Solidarität und Chancengleichheit einsetzen. Diese Ziele haben viel gemein mit den Tugenden im Sport und prägen die Olympische Idee von Frieden und Völkerverständigung, vom friedlichen Wettstreit, von Fairness und Toleranz und von gesellschaftlicher Integration.

Sport ist ein bedeutendes Medium

Sport ist ein bedeutendes Medium, das auch die Ziele des Internationalen Frauentages befördern kann. Sport kann als Massenbewegung sogar eine Führungs-Aufgabe übernehmen. Rund 850 Millionen Menschen treiben weltweit Sport, und über die Medien kommen global täglich noch viel mehr Menschen mit dem Sport in Berührung. Sport setzt gesellschaftliche Maßstäbe und bildet Emotionen aus. Spitzensportlerinnen und Spitzensportler sind Vorbilder für die junge Generation. Nicht nur internationale Wettkämpfe sondern gerade auch die Jugendbegegnungen im Sport tragen zur Volkerverständigung und zum gegenseitigen Respekt bei. Viele Sportlerinnen vermitteln ein Frauenbild, das Selbstbewusstsein, Fairness und Erfolg in sich vereinigt und an dem sich andere Mädchen und Frauen orientieren können.

 

Sport in einer besonderen gesellschaftspolitischen Verantwortung

Diese herausragende Rolle des Sportes weist dem Sport einerseits eine besondere gesellschaftspolitische Verantwortung zu, birgt andererseits aber auch Gefahren durch Medien, Macht und Geld. Zählen nur noch Siege und Medaillen, Erfolge um jeden Preis, oder ist ein in Fairness ausgetragener sportlicher Wettkampf mit klaren Regeln wichtiger? Es ist gut, dass das IOC eindeutige Regeln und Grenzen aufstellt, die es dann auch durchzusetzen gilt. Null-Toleranz-Grenzen gegenüber Doping, aber auch gegenüber Gewalt und Rassismus bei Spielern und Fans; damit werden deutliche Signale gesendet in den Sport und in die Gesellschaft hinein. Die UEFA hat vor kurzem ein wesentlich schärferes Durchgreifen gegen Rassismus auf dem Spielfeld angekündigt. Wenn der Sport seine Vorbildfunktion und seinen gesellschaftlich hohen Stellenwert erhalten will, dann müssen die Regeln eines fairen, sauberen und völker-verbindenden Sports auch mit allen Kräften verteidigt und zur Geltung gebracht werden.

 

Sport in der Entwicklungshilfe

Viele Spitzensportlerinnen und Sportler sind gleichzeitig Botschafter und Botschafterinnen für ihre Länder. Sie - übrigens auch viele Sportvereine und Verbände - engagieren sich weltweit in unterschiedlichsten Projekten und Initiativen, gründen Stiftungen für soziale Zwecke, unterstützen Entwicklungs- und Aufbauarbeit, pflegen über kulturelle Grenzen hinweg das Miteinander im Sport. Die Bundesregierung muss diesen Einsatz des Sports ihrerseits mehr als in den letzten Jahren honorieren. Der Sport ist in der staatlichen Entwicklungshilfe schließlich ein bewährter Aktivposten, der neue Förderungsanschübe braucht. Es gibt heute kaum ein größeres weltweit agierendes Netz im Bereich der Non- Profit-Organisationen. Es wäre gut, diese vielen Aktivitäten stärker zu vernetzen. Auch die staatliche Entwicklungshilfe könnte dieses Netzwerk fördern und sich zunutze machen.

 

Botschaft des Internationalen Frauentages an den Sport: Chancengleichheit jetzt!

Auf der Agenda des Internationalen Frauentages steht weiterhin als zentrales Ziel die Chancengleichheit von Frauen und Männern, ein Ziel, das weder in der Gesellschaft noch im Sport annähernd erreicht ist: Wenn selbst der ehemalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch beklagt, dass der Sport immer noch eine sehr machohafte Organisation hat, dann wird es endlich Zeit, damit aufzuräumen. Ob mit oder ohne Quote: Frauen und Frauenpower sind im Sport längst angekommen. Der Sport muss jetzt diese Frauen gleichberechtigt beteiligen. Das ist die Botschaft des Internationalen Frauentages an den Sport.

 

„Fifty-fifty- Gesellschaft, Fifty-fifty- Spiele“

IOC-Präsident Jacques Rogge träumt von „Fifty-fifty- Spielen“. Wir können in Deutschland unseren Beitrag leisten, dass dieser Traum bald Realität wird: bei den Mitgliedern, in allen Gremien, im Spitzensport und in den Führungsgremien des deutschen Sports. Mit unserer Frauensport-kampagne „Sport tut Frauen gut - Frauen tun dem Sport gut“ wollen wir in den kommenden Jahren soviel Mädchen und Frauen als Mitglieder gewinnen, dass wir einen weiblichen Mitgliederanteil von 50% erreichen. Es geht hier um ein Potenzial von rund 4 Millionen Mädchen und Frauen, die wir für den Sport neu gewinnen können und müssen, wenn wir den Anteil der Männer im organisierten Sport erreichen wollen. Mit bundesweiten Aktionen wollen wir Mädchen und Frauen im Bereich Wellness und Gesundheit, in den Ballsportarten und im Kampfsport, in Selbstbehauptung und Selbstverteidigung breit ansprechen. Sie sollen erfahren, was Sport ihnen persönlich geben kann, was Sport für den Zusammenhalt der Gesellschaft und zur Gleichberechtigung in der Gesellschaft beitragen kann.

 

In fünf Jahren, zum 100. Internationalen Frauentag am 8. März 2011, gilt es, Bilanz zu ziehen. Wir können gemeinsam gespannt sein, was wir bis dahin im neuen DOSB in Sachen Chancengleichheit alles auf die Beine gestellt haben. Wir können viel erreichen, wenn wir es nur gemeinsam wollen.



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