Die Sportvereine sind weiblicher geworden

Der jüngste Sportentwicklungsbericht hat einen bahnbrechenden Trend aufgezeigt: Frauen bringen’s! Die Sportvereine in Deutschland sind in den letzten beiden Jahren weiblicher geworden - so das Resümee des kürzlich vorgestellten Sportentwicklungsberichtes 2007/2008.

Zwei Jahre nach der ersten Untersuchung nahmen der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Landessportbünde gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) noch einmal sämtliche Vereine akribisch unter die wissenschaftliche Lupe. Ein besonderes Augenmerk legte der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln dabei auf eine unübersehbare Entwicklung: Frauen sind in den Vereinen - gemessen an ihrem Anteil in der Bevölkerung - immer noch unterrepräsentiert, holen aber bei den Mitgliederzahlen mächtig auf. Insbesondere Angebote wie Turnen, Reiten und Tanzen locken die Sportlerinnen. Knapp 10 Millionen der insgesamt 27 Millionen Sporttreibenden in Deutschlands Vereinen sind inzwischen weiblich. Mit weitreichenden Folgen.

Das überraschende Fazit der Studie: Ein hoher Anteil weiblicher Vereins- und Vorstandsmitglieder stellt eine Art Schutzfaktor gegenüber zahlreichen Problemen der Vereinsentwicklung dar. Oder anders ausgedrückt: Prägen Frauen die Unternehmenskultur der Sportvereine mit ihren viel gepriesenen „soft skills“, die auch in der Wirtschaft zunehmend gefragt sind, können diese Vereine im Vergleich mit männerdominierten Vereinen mehr punkten - die drei wichtigsten Fakten:

Sportlerinnen schaffen ein Wohlfühl-Klima

Je mehr Sportlerinnen in einem Verein aktiv sind, desto beständiger sind die Mitgliederzahlen. Mehr neue Mitglieder treten dem Verein bei, die Fluktuation ist geringer, die Bindung an den Verein größer. Anscheinend schafft die weibliche Präsenz schon auf Mitgliederebene eine positive Stimmung, die ankommt - man möchte dabei sein.

„Frauen-Vereine“ sind Selbstläufer

Die typischen Vereins-Querelen fallen geringer aus, wenn viele Frauen sich in Turnhallen oder auf Sportplätzen tummeln. Übungsleiterinnen und Übungsleiter lassen sich leichter finden, der Verein kann sowohl jüngere als auch ältere Menschen fürs Sporttreiben begeistern, und zudem sind Löcher im Budget kleiner oder seltener. Kurzum: „Frauen-Vereine“ sind schlichtweg erfolgreicher.

Weibliches Management siegt

Nicht in jedem Verein sind die Frauen stark vertreten, sondern zahlenmäßig in der Minderheit. Doch selbst diese Vereine können eindeutig auf die Überholspur wechseln, indem sie Frauen gezielt mit in die Chefsessel des Vorstands platzieren. Dann sind nämlich übliche Probleme hinsichtlich Finanzen und der Gewinnung von Ehrenamtlichen ebenso passee.

Das sportwissenschaftliche Fazit: Für alle Vereine, die um ihre Mitgliederzahlen bangen, in punkto Finanzen knapsen müssen oder keine Übungsleiterinnen und Übungsleiter finden, gibt es nun eine empirisch belegte Empfehlung, die sich auf eine (scheinbar) lapidare Formel bringen lässt: Die Frauenquote macht’s! „Ein hoher Anteil weiblicher Vereins- und Vorstandsmitglieder sichert die positive Vereinsentwicklung“, fasst Prof. Dr. Christoph Breuer die Erkenntnisse aus dem Sportentwicklungsbericht zusammen. „Auch finanzielle Problemlagen sind geringer ausgeprägt.“



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