6. Europäische Frauensportkonferenz in Paris ruft zum Handeln auf

Rund 280 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 33 Ländern trafen sich vom 23. bis 25. April 2004 auf der 6. Konferenz der EWS - European Women and Sport, um über die die weiblichen Gestaltungsspielräume in den internationalen Sportsystemen zu diskutieren.

 

Der Deutsche Sportbund war durch Barbara Aff (Bundesausschuss Frauen im Sport / EWS Steering Group), Ingeborg Sieling (stellv. Vorsitzende Bundesausschuss Frauen im Sport) und Pia Zufall (Ressortleitung Frauen im Sport) vertreten.

Drei Themen, aufgeteilt in 12 unterschiedliche Workshops, standen im Mittelpunkt der Konferenz: gleiche Partizipationschancen von Frauen und Männern in Entscheidung tragenden Positionen, Erziehung und Training als Eckpfeiler der Demokratie sowie gleiche Zugangschancen zum Sport unter einer sozioökonomischen Perspektive.

 

In seinem Grußwort beklagte Henri Sérandour, der Präsident des französischen NOK, dass die Benachteiligung von Frauen im Sportsystem noch immer auf die Strukturen des Sports zurückzuführen sei. Seiner Ansicht nach würde eine zunehmende Gleichberechtigung der Geschlechter die Modernisierung der Sportorganisationen beschleunigen. Einer Meinung, der sich auch Jean-Francois Lamour, Minister für Jugend, Sport und Ehrenamt, in seiner Rede anschloss und zudem die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen als ein Manko der internationalen Sportsysteme hervorhob. Den Ursachen dieses Phänomens widmete sich u. a. auch Sabine Radtke von der Freien Universität Berlin. Sie stellte die wissenschaftlichen Ergebnisses des bundesdeutschen Projekts "Frauen an die Spitze" in einem der Workshops vor.

 

Mit der Konferenz endete zugleich auch die französische Amtszeit unter dem Vorsitz von Chantal Amade-Escot. Rückblickend kann die Förderung des internationalen Netzwerkes der Frauen und die Kooperation mit nationalen Olympischen Komitees besonders hervorgehoben werden. Frau Amade-Escot und ihrem Team gelang es zum Beispiel, die Präsenz von Frauen in Sportdelegationen zu erhöhen. Der Vorsitz geht nun Österreich mit Liese Prokop als Vorsitzende und Erika König-Zenz als Generalsekretärin. Auch die deutsche Mitglied-schaft in der Steering Group endete mit dieser Konferenz.



"Paris call for action", mit dieser Resolution schloss die Konferenz, die alle Sportorganisationen u.a. dazu aufruft, Kooperationen auf allen Ebenen einzugehen, da diese eine Bedingung für die Berücksichtigung und Umsetzung von Frauenbelangen darstellen, Gleichstellungsmaßnahmen umzusetzen und die Vergabekriterien hinsichtlich der finanziellen Förderungen zu überprüfen, damit Männer und Frauen in gleichem Maße finanziell unterstützt werden.

 

Die Resolution der Europäischen Frauensportkonferenz steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

 


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