Abschlussveranstaltung des Mentoring-Programms 2012/2013 am 13. Juli 2013 in Frankfurt

Abschlussveranstaltung des Mentoring/ Programms 2012/2013 am 13. Juli 2013. Foto: DOSB
Abschlussveranstaltung des Mentoring/ Programms 2012/2013 am 13. Juli 2013. Foto: DOSB

Im Trainingslager für die Karriere

Sportlich durchstarten nach der Spitzensport-Karriere ist für Siegertypen nicht selbstverständlich. Viele Athletinnen und Athleten gehen im Dickicht des sportlichen Netzwerks verloren oder trauen sich nicht auf Entdeckungstour. Per Mentoring lichtete der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) das scheinbar undurchdringliche Dunkel – und pflanzte einen Wald

Es gibt Situationen im Leben, da sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht – typisches Lebensgefühl für Spitzensportlerinnen und -sportler am Ende ihrer sportlichen Karriere. „Im Sport gibt es einen klaren Weg: Ich muss trainieren und Wettkämpfe gewinnen, um voranzukommen“, weiß die ehemalige Kunstturnerin und Olympiateilnehmerin Katja Abel. „Im realen Leben muss ich aus dieser Käseglocke raus, um mich mit den unzähligen Möglichkeiten nicht zu verzetteln.“ Ist dann Karriereplanung statt Trainingsplan gefragt, stehen viele Athletinnen und Athleten zunächst im sprichwörtlichen Wald.

Um mehr Licht ins Dunkel der dschungelartigen Karriereplanung zu bringen und Lust darauf zu machen, den organisierten Sport von einer anderen Seite kennenzulernen, hat der DOSB im Juni 2012 ein Mentoring-Programm für Spitzensportlerinnen gestartet. „Das große Potential an tollen Spitzensportlerinnen haben wir bisher zu wenig genutzt“, erklärt Ilse Ridder-Melchers, Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung des DOSB. „Wir unterstützen die jungen Frauen, ihre eigenen Stärken zu erkennen, langfristige Ziele anzuvisieren und die richtigen Schritte zu gehen.“ Fakt ist: Frauen sind auf der Führungsebene der Sportorganisationen deutlich unterrepräsentiert – noch nicht einmal auf jedem fünften Chefsessel sitzt eine Chefin.

Auch deshalb geht’s im Projekt „Mit dem gemischten Doppel an die Spitze!“ genau darum: Der DOSB möchte weibliche Nachwuchskräfte nach ihrer sportlichen Laufbahn für eine hauptberufliche oder ehrenamtliche Karriere im Sport gewinnen. Erfahrene Mentorinnen und Mentoren mit Sportmanagement-Know-how und breitem Netzwerk unterstützen die jungen Athletinnen ein Jahr lang auf dem Weg durchs Studium und in den Job mit intensivem Erfahrungsaustausch. Mit dabei sind u.a. Ex-Fußballnationalspielerin Katja Kraus, DFB-Frauenfußball-Managerin Doris Fitschen und DOSB-Athletenvertreter Christian Breuer. Jeweils eine Mentorin bzw. ein Mentor bildet mit einer Mentee ein Team – das gemischte Doppel.

„Es ist beeindruckend, wie Spitzensportlerinnen sich für den Top-Erfolg motivieren, dabei sehr diszipliniert sind und einem hohen Druck standhalten. Eigenschaften, die auch in Führungspositionen gefragt und unerlässlich sind“, begründet Kirsten Witte-Abe, Projektleiterin und stellvertretende Leiterin des DOSB-Ressorts Chancengleichheit und Diversity, die Blickrichtung des Mentoring-Projektes. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten wie Christian Breuer weiß: „Man zieht auch als Mentor viel aus dem Mentoring, weil einem die Chance geboten wird, über Dinge zu reflektieren, die man sonst laufen lässt.“

Die anderen Gewinner der gemischten Doppel sind die Mentees, die sich intensiv mit dem Thema Karriereplanung auseinandergesetzt und ein Netzwerk aufgebaut haben und nun mit mehr Weitsicht und neuen Perspektiven punkten können. „Das Jahr hat mir viel gebracht. Ich bin mit Menschen in Kontakt gekommen, die ich sonst nie getroffen hätte“, erzählt die ehemalige Ju-Jutsu-Athletin Luidgardis Jendrzej. Katrin Mahler Walther von der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft hat das Projekt begleitet: „Das Mentoring-Projekt ist ein Trainingslager für die Karriere. Erfolg ist kein Zufall, die Vorarbeit erhöht die Trefferquote. Der DOSB hat einen Samen dafür gesät, aus dem kleine Pflänzlinge und Bäume entstehen können. Und vielleicht sogar ein ganzer Wald.“

Mehr Infos unter www.dosb.de/mentoring

(Quelle: DOSB/Michaela Rose, MEDIA2MOVE)

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