Wir nehmen jede Hürde – Wettbewerb für mehr Frauen in der Vereinsführung

Die Zahl der sportlich aktiven Frauen und Mädchen jeden Alters im organisierten Sport steigt kontinuierlich. Für die Übernahme eines Amtes in der Vereinsführung allerdings lassen sich nach wie vor nur wenige Frauen finden.

Zwar gibt es Protokollführerinnen und Kassenwartinnen, bei Vorsitzenden und deren Stellvertreterinnen dagegen haben nach wie vor Männer das Heft fest in der Hand.

Mit der Idee, einen Vereinswettbewerb im Sportkreis Offenbach auszuloben, der hier ansetzt, traten vier engagierte, sportbegeistere Frauen an den Sportkreisvorsitzenden Peter Dinkel heran und liefen offene Türen ein.
Bei einem ersten Treffen im letzten Sommer stellten Sonja Arnold, Kreisbeigeordnete im Kreis Offenbach, Martina Dröll, Stadtverordnete aus Langen, Karin Siegmann, Frauenbeauftragte aus Dreieich und Andrea Wacker-Hempel, Stadtverordnete aus Dietzenbach ihr Konzept für den Wettbewerb „Wir nehmen jede Hürde –Frauen in Vereinsvorstände“ dem Sportkreisvorsitzenden vor.
Bei ihm war keine mühsame Überzeugungsarbeit nötig. Peter Dinkel war sofort dabei: „Wenn Frauen Vereine führen, dann sind diese Vereine immer äußerst gut aufgestellt. Sie werden solide geleitet, sind finanziell stabil, offen, integrativ und sozial“. Überhaupt so Dinkel, bei den vielen Engpässen in den Vorstandsetagen der Vereine, sei jede Initiative zur Gewinnung von ehrenamtlichen Personen zu unterstützen. In zahlreichen Sportvereinen des Kreises Offenbach berichtete Dinkel, seien Vorstandsämter nur mühsam oder überhaupt nicht zu besetzten – mit unter Umständen fatalen Folgen.

Dagegen sind Vereine, in welchen die Entscheidungen in gemischten Teams getroffen werden, meist sehr erfolgreich. Hier gilt es aus Politik und Wirtschaft zu lernen – erfolgreiche Unternehmen setzen schon lange auf Diversity – der Vielfalt, die alle im Blick hat.
Die Initiatorinnen des Wettbewerbs „Wir nehmen jede Hürde – Frauen in Vereinsvorstände“ betonen deshalb auch, dass es nicht darum geht, den Männern ihre Ämter streitig zu machen. Sie wollen dafür sensibilisieren, dass Stärke und Kraft im gemeinsamen, partnerschaftlichen Engagement liegen und dass ein Umdenken dringend nötig ist, denn es soll ja weiterhin in vielfältiger Weise Sport im Verein möglich sein.

Alle Sportvereine des Sportkreises Offenbach konnten sich an dem Wettbewerb beteiligen.

Im Dezember 2013 wurden die Sieger in einer Expertinnen-Runde ermittelt.

Nun stehen die Vereine fest, die in besonderer Weise Frauen und Mädchen fördern und ermutigen, Aufgaben und Ämter zu übernehmen.
Die Auswahl gestaltete sich recht schwierig und so wurden gleich zwei erste Plätze und zwei Ehrenplätze ermittelt.

Hier die beiden Vereine, die beide den 1. Platz belegen:

Turnverein 1880 Dreieichhain e.V.
Turnerschaft 1852 e.V. Klein-Krotzenburg
Die beiden Ehrenpreise werden vergeben an:

Sportgemeinschaft 1945 e.V. Dietzenbach
Verein für Fitness- und Schwimmsport in Rödermark – VFS Rödermark

Die Gewinner bekamen die Geldpreise und Urkunden am 15. Mai 2014 im Kreishaus Dietzenbach überreicht.

Bei den Statements der Gewinnervereine wurde deutlich, dass gezielte Ansprache die erfolgreiche Frauen- und Nachwuchsförderung ausmacht. Frauen und Mädchen haben genauso viel Spaß an der Übernahme von Verantwortung wie ihre männlichen Kollegen – allein manchmal fehlt das Selbstbewusstsein zu sagen „Ja, ich stelle mich zur Wahl“.

Der Wettbewerb „Wir nehmen jede Hürde“ soll, auf ausdrücklichen Wunsch des Sportkreisvorsitzenden, weiterhin ausgeschrieben werden – am besten einmal im Jahr, wenn es nach Peter Dinkel geht.
Überhaupt zeigte sich der Sportkreisvorsitzende begeistert und überrascht, wie viel Frauenpower und weiblicher Sachverstand sich an diesem Mittwochabend im Kreishaus eingefunden hatte. „Mit diesen engagierten jungen Frauen im Vorstand können die Vereine beruhigt in die Zukunft blicken“ so Dinkel und weiter „Sie sind hervorragende Beispiele für viele Vereine im Sportkreis Offenbach“.

Über die Schaffung von frauenfreundlichen Vereinsstrukturen und die Gewinnung und Förderung von Frauen und Mädchen in den Sportvereinen informieren gerne die örtlichen Frauenbeauftragten sowie der Landessportbund Hessen, die Sportfachverbände und der Deutsche Olympische Sportbund.

Martina Dröll



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