Segler-Verband: Erste Frau im DSV-Präsidium

Mit Mona Küppers vom Oberhausener Segel-Club ist erstmals eine Frau in das Präsidium des 127 Jahre alten Deutschen Segler-Verbandes (DSV) gewählt worden.

Die neu gewählten Präsidiumsmitglieder Mona Küppers, Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport und Walter Mielke, Obmann für spezielle Segeldisziplinen. Foto: DSV/Ulrike Schreiber
Die neu gewählten Präsidiumsmitglieder Mona Küppers, Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport und Walter Mielke, Obmann für spezielle Segeldisziplinen. Foto: DSV/Ulrike Schreiber

Die Delegierten des Deutschen Seglertages in Papenburg stimmten bei der Wahl am 28. November mit großer Mehrheit für die Seglerin aus Oberhausen als neue DSV-Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport. Mona Küppers kann bei ihrer künftigen Arbeit auf einen breiten Erfahrungsschatz im Ehrenamt bauen: In den vergangenen Jahren engagierte sie sich zunächst als Jugendobfrau des Segler-Verbandes Nordrhein-Westfalen und später als dessen Vorsitzende, womit sie zugleich Mitglied des Seglerrates wurde. Seit 2014 setzt sich Mona Küppers als Beauftragte des DSV-Präsidiums für Gleichstellung und für den Schutz vor Gewalt im Sport ein. In ihrer Funktion als DSV-Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport wird sie zugleich Obfrau der Kreuzer-Abteilung des DSV, der sie als begeisterte Schiffsführerin und Fahrtenseglerin bereits seit zehn Jahren angehört.

Ebenfalls neu in das DSV-Präsidium wurde Walter Mielke vom Lübecker Yacht-Club gewählt. Der langjährige Wettfahrtleiter der Travemünder Woche löste Manfred Lenz in der Funktion als DSV-Obmann für spezielle Segeldisziplinen ab, der nach zwölf Jahren Amtszeit satzungsgemäß nicht wieder für das Amt kandidieren durfte. DSV-Präsident Andreas Lochbrunner würdigte das jahrelange Engagement von Manfred Lenz und verlieh ihm die Goldene Ehrennadel des DSV. Timo Haß aus Starnberg wurde von den Delegierten in seinem Amt als DSV-Jugendobmann bestätigt. Die drei amtierenden Kassenprüfer Oliver Kosanke, Mathias Perret und Wolfgang Rabensdorf wurden wiedergewählt.

Neben den Wahlen standen die Bewerbungen der Städte Hamburg und Kiel für die Ausrichtung der Olympischen Spiele und Segelwettbewerbe 2024 im Fokus des vom 27. bis zum 28. November in Papenburg veranstalteten Seglertages. Gleich zu Beginn der Tagung warben der Hamburger Senator für Inneres und Sport Michael Neumann sowie der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer mit zwei starken Redebeiträgen für das Projekt. Die rund 300 Delegierten und Gäste votierten spontan mit großer Mehrheit für Olympische Spiele in Norddeutschland. Als weitere Ehrengäste empfing der DSV den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages, Bernd Busemann, sowie Carlo Croce aus Genua, der als Präsident des internationalen Segler-Verbandes "World Sailing" die weltweiten Belange des Sports vertritt.

DSV-Präsident Lochbrunners freute sich besonders über die qualitativ hochwertige Ausbildungstätigkeit der deutschen Segel- und Surfclubs. Er verlieh 46 Mitgliedsvereinen die begehrte "Auszeichnung für Ausbildung" des Verbandes. Die Jahresrechnungen 2013 und 2014 sowie die Haushaltspläne 2015 und 2016 wurden von den Delegierten gebilligt. Der nächste Deutsche Seglertag wird vom 24. bis zum 26. November 2017 in München veranstaltet.

Mit überwältigender Mehrheit bekräftigten die Delegierten des Deutschen Seglertages 2015 ein Votum des Präsidiums, generelle und einseitige Kitesurfverbote in Deutschland abzulehnen.

Außerdem verabschiedete der Deutsche Seglertag ebenfalls mit überwältigender Mehrheit eine Resolution zur Unterstützung der an der Ems beheimateten Seglerinnen und Segler:

Resolution zur Situation an der Ems

"Die Ems und ihre Nebenflüsse sind für den Wassersport im Nordwesten Deutschlands von enormer Bedeutung. Durch die erfolgten und fortwährenden Baggerungen und Begradigungen der Fahrrinne sind jedoch im Laufe der letzten 30 Jahre Zustände eingetreten, die das Segelrevier Ems in große Gefahr bringen.

Hohe Strömungsgeschwindigkeiten und eine enorme Verschlickung der Häfen sind die Kernprobleme für den Wassersport dieses Reviers. Viele Vereine können ihrer gemeinnützigen Verantwortung besonders hinsichtlich der Jugendausbildung kaum noch gerecht werden. Aufgrund einer kontinuierlichen Abwanderung aus dem Revier schwinden ihre Mitgliederzahlen. Damit ist ein wichtiger Standortfaktor sowohl für die Einheimischen als auch für den Tourismus bedroht.

Eine Schwebstofffracht, die dem vielfachen anderer Flüsse entspricht, beeinträchtigt massiv die Hafenwirtschaft. Die Bundeswasserstraße Ems wird von staatlicher Seite auf Tiefe gehalten, mit den Folgen der damit einher gehenden Verschlickung der Häfen werden die Vereine und andere Betreiber allein gelassen.

Die Delegierten des Deutschen Seglertages 2015 fordern deshalb Politik und Wirtschaft auf, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den gemeinnützigen Wassersport auf der Ems nachhaltig zu erhalten.

Dazu gehören:

  • Berücksichtigung der Interessen der Wassersportler bei weiteren Maßnahmen und Planungen an der Ems (anders als beim Masterplan Ems 2050!)
  • Einen Bewirtschaftungsplan für die Ems, der mittelfristig die Befahrenssituation verbessert.
  • Einen Emsfonds unter maßgeblicher finanzieller Beteiligung der öffentlichen Hand zur Unterstützung der Wassersportvereine bei der:
  • Grundräumung und kontinuierlicher Sicherstellung ausreichender Wassertiefen der Sportboothäfen
  • Sicherung der vorhandenen Hafen- und Steganlagen
  • Jugendausbildung unter erschwerten Sicherheitsbedingungen

(Quelle: DSV)


  • Die neu gewählten Präsidiumsmitglieder Mona Küppers, Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport und Walter Mielke, Obmann für spezielle Segeldisziplinen. Foto: DSV/Ulrike Schreiber
    Die neu gewählten Präsidiumsmitglieder Mona Küppers, Vizepräsidentin für Fahrtensegeln, Freizeit- und Breitensport und Walter Mielke, Obmann für spezielle Segeldisziplinen. Foto: DSV/Ulrike Schreiber

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