Schlüsselfigur Trainer/in

In der DOSB-Konferenz „Schlüsselfigur Trainer/in“ behandelten rund 200 Teilnehmer/innen aus allen Ebenen von der Basis bis zur Spitze, aus allen Sportarten und aus allen Perspektiven das Thema Trainer/in.

Der DOSB-Vorstand mit Dirk Schimmelpfennig, Karin Fehres, Martin Schönwandt und Moderator Stephan Schulz-Algie (v.l.).
Der DOSB-Vorstand mit Dirk Schimmelpfennig, Karin Fehres, Martin Schönwandt und Moderator Stephan Schulz-Algie (v.l.).

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sprach von einer neuen Dimension durch die  bereichsübergreifende DOSB-Konferenz in der Sporthalle des Landessportbundes Niedersachsen in Hannover. Noch nie wurde das Thema so komplex und aus verschiedenen, relevanten Blickrichtungen gemeinsam beleuchtet. Das große Engagement der 200 Teilnehmer/innen zeigte, wie wichtig es ist, das Thema Trainer/in aus allen Perspektiven zu betrachten und gemeinsam daran zu arbeiten, dass sich Situation vom ehrenamtlichen Trainer bis zum Cheftrainer verbessert.

Als erste Ergebnisse konnte der DOSB-Präsident nach zwei Tagen intensiver Arbeit festhalten, dass die Trainer/innen künftig in den Mittelpunkt der DOSB-Lizenzausbildung gerückt werden sollen. Die Konferenz-Ergebnisse werden in den drei an der Veranstaltung beteiligten DOSB-Bereichen Jugendsport, Sportentwicklung und Leistungssport aufgearbeitet. Ebenso fließen sie in aktuelle Mentoringprogramme für Trainer/innen ein und werden den Jugend-Organisationen zur Verfügung gestellt. Der DOSB-Innovationsfonds in Höhe von 150.000 Euro wird im Jahr 2017 mit Schwerpunkt Trainer/innen ausgeschrieben.

Gewinnung von Trainerinnen

Überdies gab es sehr konkrete Vorschläge, wie auch kurzfristig Erfolge erzielt werden können, zum Beispiel bei der Gewinnung von Trainer/innen. Speziell Frauen sollen mehr angesprochen werden, weil dieses Potenzial im Sport derzeit bei weitem noch nicht genutzt wird. Denn mehr Frauen im Trainerberuf bedeuten automatisch auch mehr Trainer/innen insgesamt. Angeregt wurden Mentoringprogramme, speziell für Nachwuchs-Trainerinnen, aber auch Gespräche mit Jugendlichen, um zu erfahren, wie sie denn ihre Zukunft sehen als Sportler/innen oder eben auch als mögliche Trainer/innen. Ohnehin sollten auch die Sportlerinnen und Sportler noch mehr in die Diskussion einbezogen werden, um deren Bedürfnisse und Wünsche zu erfragen, um die es geht.

Der DOSB hatte vorab eine Vision mit 13 Leitzielen entwickelt, die jetzt gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen angegangen werden und in zehn Jahren alle umgesetzt sein sollen, manche hoffentlich auch sehr viel früher. Als wichtigste Leitziele haben die Konferenz-Teilnehmer/innen die interne und externe Anerkennung der Trainer/innen sowie die klare Entwicklung eines Berufsbildes identifiziert.  

Für die innersportliche Anerkennung wurden vor allem Maßnahmen genannt wie gezielte Personalentwicklung, Qualifizierung, Schaffung von Perspektiven sowie die Klärung  der Trainerrolle innerhalb des Verbandes, in den unterschiedlichen Verbandsarten und im Kontext von Leistungssportpersonal. Gewünscht wird die Verankerung des Themas auf Führungsebene, zum Beispiel  in der Satzung oder durch die Einrichtung von Trainerkommissionen. Eng mit der innersportlichen Anerkennung geht auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Trainer/innen, zum Beispiel zum Thema Verträge und Planungssicherheit mit hoher aktueller Brisanz nach Rio 2016 einher. Dass der DOSB von seiner Seite diese Forderung nicht nur mitträgt, sondern sie auch aktiv unterstützt, bekräftigte Präsident Alfons Hörmann. Auch bei der Leistungssportreform ist die Situation der Trainer/innen schließlich ein wichtiges Thema.

Um die gesellschaftliche Anerkennung des Trainerberufs zu steigern, ist es zum einen notwendig, die Wertschätzung des Sports nachhaltig zu verbessern, aber auch die Leistungen der Trainer/innen öffentlich mehr und besser darzustellen. Alfons Hörmann forderte die Konferenzteilnehmer/innen daher dazu auf, innovative Wege zu suchen, damit dies deutlich und öffentlich wahrnehmbar wird. Zudem ist stärker herauszuarbeiten, dass Trainer/innen für Entwicklung der sportlichen Fähigkeiten von Athlet/innen auf allen Leistungsniveaus verantwortlich sind, aber auch für die Persönlichkeitsentwicklung. Sie sind damit Lehrende, die in dieser Rolle als Mentor/in, Lernbegleiter/in oder „Ermöglicher/in“ Sportlerpersönlichkeiten bilden.

Das Berufsbild Trainer/in schärfen

So wurde intensiv über das Berufsbild Trainer/in diskutiert und alle waren sich einig, dass dies geschärft werden müsse. Auf der Ebene Aus- und Fortbildung kann der Sport zwar auf eindrucksvolle Erfolge blicken – immerhin feierte der DOSB im Rahmen der Konferenz das Jubiläum „50 Jahre DOSB-Lizenzausbildung“. Bereits vor 50 Jahren wurden mit erheblichen Kraftanstrengungen bundeseinheitliche Richtlinien für die Ausbildung des DOSB u.a. für Übungsleiter/innen und Trainer/innen eingeführt. Dennoch muss auf den verschiedenen Ebenen durch Kooperation, Rollenklarheit und mehr Vernetzung noch weiter daran gearbeitet werden, die Qualität der Ausbildung zu verbessern und das Engagement und die Leistungen von Trainerinnen und Trainern sichtbar zu machen.

Eins blieb jedenfalls unmissverständlich klar: Für diese Tätigkeit muss man „brennen“. Egal auf welcher Ebene, egal ob im Haupt- oder Ehrenamt – die hohe Motivation aller Teilnehmenden für ihr Engagement zog sich durch den ganzen Kongress. „Man muss schon stark intrinsisch motiviert sein, um einzusteigen“, sagte Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB. Die Problematik sei vor allem, was den Leistungssport betrifft, der Einstieg auf Landes- oder Landesfachverbandsebene, wo die Rahmenbedingungen oft schlecht sind mit ungenügender Bezahlung und wenig familienfreundlichen Arbeitszeiten.   

Die Konferenzteilnehmer zeigten sich sehr angetan, dass gemeinsam über alle Ebenen und Bereiche hinweg zwei Tage intensiv diskutiert wurde. Aber es wurde auch erkannt, dass die komplexe Diskussion nicht einfach ist. Dennoch begann die gewünschte Vernetzung zwischen den Ebenen und Sportarten noch vor Ort, verbunden mit der Hoffnung, dass sie auch im Alltag künftig noch stärker gelebt wird. Denn es gilt, gemeinsam die Zukunft zu entwickeln und wieder differenziert zu arbeiten, wenn es in die konkreten Maßnahmen geht. Der Kongress bot einen gelungenen Rahmen, um Veränderungen anzugehen, weil auch klar wurde, dass die Sache der Trainer/innen nur gemeinsam vorangebracht werden kann: Wenn jeder in seinem Bereich seinen Teil dazu beiträgt. Und wenn die Ergebnisse auch umgesetzt werden.

(Quelle: DOSB)


  • Der DOSB-Vorstand mit Dirk Schimmelpfennig, Karin Fehres, Martin Schönwandt und Moderator Stephan Schulz-Algie (v.l.).
    Der DOSB-Vorstand mit Dirk Schimmelpfennig, Karin Fehres, Martin Schönwandt und Moderator Stephan Schulz-Algie (v.l.).
  • Podiumsrunde zu Entwicklungen der DOSB-Lizenzausbildung mit Moderator Andreas Kuhnt, Erich Krauß, Gudrun Doll-Tepper, Horst Knobloch, Karin Bertram, Thomas Behr und Ralf Sygusch (v.l.).
    Podiumsrunde zu Entwicklungen der DOSB-Lizenzausbildung mit Moderator Andreas Kuhnt, Erich Krauß, Gudrun Doll-Tepper, Horst Knobloch, Karin Bertram, Thomas Behr und Ralf Sygusch (v.l.).
  • Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, lobte das große Engagement der 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fotos: bewahrediezeit.de
    Der Präsident des DOSB, Alfons Hörmann, lobte das große Engagement der 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fotos: bewahrediezeit.de

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