Mitgliederversammlung 2015 des Deutschen Frauenrats

Die Organisation und Politikfähigkeit der Frauenlobby bestimmte die Debatte der diesjährigen Mitgliederversammlung. Mit einem 10-Punkte-Konzept soll der Deutsche Frauenrat auf Zukunftskurs gebracht, seine Handlungsfähigkeit verbessert und die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsverbänden gestärkt werden.

Vorsitzende Hannelore Buls (re.) mit EWL-Generalsekretärin Joanna Maycock
Vorsitzende Hannelore Buls (re.) mit EWL-Generalsekretärin Joanna Maycock

So wurden zehn konkrete Verbandsentwicklungspunkte in bereits auf der Mitgliederversammlung 2014 beschlossenen fünf Handlungsfeldern vereinbart. Unter anderem soll die  Lobbyarbeit auf neue AdressatInnen ausgedehnt, stärker als bisher an Schwerpunkthemen ausgerichtet und die inhaltliche Arbeit in Ausschüsse geleistet werden. Das macht eine Neustrukturierung des Vorstands notwendig und die verantwortliche Mitarbeit der Mitgliedsverbände.

Das Konzept sei „in zweifacher Hinsicht ambitioniert“, sagte die Vorsitzende Hannelore Buls. „Die Vorstellungen und Wünsche der Mitgliedsverbände müssten so berücksichtigt werden, „dass Organisation und Politikfähigkeit des Deutschen Frauenrates zukunfts- und handlungsfähig sind“. Andererseits seien Partizipation und professionelle Lobbyarbeit „nicht umsonst zu haben. Sie erfordern entsprechende Hinterlegung mit finanziellen und personellen Ressourcen“, so Buls. Sie bedankte sich bei allen Beteiligten für ein Jahr intensiver und konstruktiver Arbeit.

Große Zustimmung für den neuen Kurs

Das Konzept zur Verbandsentwicklung wurde nach lebhafter Debatte fast einstimmig verabschiedet, ebenso eine neue Satzung. Letztere sieht nicht nur variable Amtszeiten für zukünftige Vorstandsmitglieder vor, sondern auch eine variable Größe des maximal achtköpfigen Gremiums. Damit wurden die Empfehlungen des Vorstands aus einem über zweijährigen Organisationsberatungsprozess Beschluss.

Flüchtlings- und Asylpolitik im Fokus
Darüber hinaus formulierte die Mitgliederversammlung aber auch politische Aufträge. Sie reagieren vor allem auf die aktuelle Flüchtlingslage. So fordert der Deutsche Frauenrat etwa den Schutz des Asyl- und Bleiberechts und die umgehende und nachhaltige Verbesserung der Situation geflüchteter Frauen und Mädchen.

Ehe für Alle
Eine große Mehrheit fand auch die Forderung an den Deutschen Bundestag, die zivilrechtliche Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen.

Europäische Frauenlobby setzt auf strategische Partnerschaft
Einen Gastauftritt vor der Mitgliederversammlung hatte die EWL-Generalsekretärin Joanna Maycock. Sie sprach über die Verdienste der europäischen Frauenbewegung(en) für die bisherigen gleichstellungspolitischen Erfolge in der EU und über die Vision eines „feministischen Europas“. Gleichzeitig warnte sie vor dem Erstarken von rechten, populistischen und frauenfeindlichen Ideologien in Europa. Dieser Kontext mache es aktuell sehr schwer, eine neue europäische Gleichstellungspolitik in Gang zu bringen. Deshalb müsse die Zusammenarbeit innerhalb der EWL besser und geschickter werden, so Maycock. Sie appellierte an den Deutschen Frauenrat, sich als eine der stärksten EWL-Mitgliedsorganisationen aktiv am Auf- bzw. Ausbau einer strategischen Partnerschaft zu beteiligen. Die EWL-Generalsekretärin wird sich am 11. November mit Vertreterinnen des Vorstands und der Geschäftsstelle zu einem Arbeitsgespräch treffen.

Weitere Informationen:

Alle Beschlüsse der Mitgliederversammlung 2015

Die Mitgliederversammlung 2015 auf Twitter #dfmv15

Fotogalerie der Mitgliederversammlung


  • Vorsitzende Hannelore Buls (re.) mit EWL-Generalsekretärin Joanna Maycock
    Vorsitzende Hannelore Buls (re.) mit EWL-Generalsekretärin Joanna Maycock

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