"Mehr Frauen ins Spiel!“ - Workshop zur Förderung von Frauen in ehrenamtlichen Führungspositionen der Sportverbände

Eine Veranstaltung des DOSB in Kooperation mit der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft vom 19. – 23. Juni 2006 im Wannsee-Forum Berlin.

Foto: EAF
Foto: EAF

Die 12 Teilnehmerinnen der Veranstaltung kamen aus den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes und sind in ihren Verbänden in ehrenamtlichen Führungspositionen tätig.

 

Die neue Vizepräsidentin im DOSB Ilse Ridder-Melchers ermunterte die Teilnehmerinnen, sich mehr über ihre eigenen Erfolge zu freuen als sich mit Niederlagen zu beschäftigen. „Wir brauchen mehr Frauen auf dem Spielfeld, die Lust am Erfolg und an Führungspositionen im Sport haben.“ Und sie versprach den Teilnehmerinnen alles zu tun, damit dieses Seminar keine Eintagsfliege bleibt.

 

Hier nun der Bericht von zwei Teilnehmerinnen:

Nun sind wir wieder zu Hause – zurück im Alltagstrott – doch Stopp, da war doch etwas und wieder wird der Ordner zur Hand genommen: „Potential – Vision – Zielstrategie“ – so der Titel einer unserer Workshoptage, der uns auf die Sprünge geholfen hat: Unsere Stärken sehen, die Stärken stärken und sie leben. Nur ein Beispiel, was wir eine Woche lang aus dem Workshop „Mehr Frauen ins Spiel!“ mitnehmen durften und uns immer wieder vor Augen führen können. Aber dies war nur ein Highlight. Der Workshop hatte eine gesunde Vielfalt:

a. Unsere Persönlichkeitsentwicklung und –erfahrung

b. Einblicke in die Werdegänge erfolgreicher Frauen sowie

c. Frauen in ihrer Rolle als Führungsperson im Ehrenamt

 

Alles in allem eine hervorragende und spannende Mischung des Programms, welches bei uns hohe Erwartungen vor unserer Reise nach Berlin schürte.

Das Programm ist das eine, doch der Teilnehmerinnenkreis mit erfahrenen Führungsfrauen aus allen Bereichen des Sportes belebte die diskussionsreiche Woche und machte das Ganze rund. Apropos rund, netterweise fand während unseres Berlinaufenthalts die Fußball-Weltmeisterschaft statt und just an unserem freien Nachmittag spielte die Deutsche Mannschaft in Berlin. Somit erlebten wir die Begeisterung der Menschen hautnah, ob auf der Fanmeile, in der Stadt oder - mit ein bisschen Glück - im Reichstag.

 

Faszinierend war es, den Erzählungen des Werdegangs von Frau Prof. Dr. Barbara Schaeffer-Hegel, Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin e.V. (EAF), über ihren persönlichen und beruflichen Werdegang bei einem Kamingespräch zu lauschen, von Höhen und Tiefen und erfolgreichen Kämpfen zu erfahren. Nicht zu vergessen, den sehr interessanten Vortrag von Frau Dr. Helga Lukoschat, Geschäftsführerin der EAF, zu Strategien, wie Frauen in Politik und Wirtschaft in Führungspositionen gelangen können. Dieser Vortrag zeigte uns auf, dass Frauen in Führungspositionen in der Wirtschaft und der Politik in Deutschland deutlich unterrepräsentiert sind, hinter den führenden Ländern USA, England und Frankreich. Dies ist eines der Ziele der EAF, die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Männern an politischen und wirtschaftlichen Führungspositionen zu fördern.

Für uns einen Ausblick zu schaffen für Handlungsfelder wie:

 

  • persönliches Empowerment,
  • Schaffung von Netzwerken,
  • Förderung des sportpolitischen Nachwuchses, z. B. bessere Einstiegs-möglichkeiten / Schnuppereinblicke schaffen, keine lange Bindung an ein Amt beinhaltet attraktivere Perspektive?, Nachteil: nur geringe Einflussmöglichkeiten
  • Mehr projektbezogene Arbeit,
  • Organisationsbezogene Veränderungen, Gender Mainstreaming, andere Sitzungskultur durch mehr Frauen!
  • Bessere Kinderbetreuung,

 

Es folgte ein frühmorgendlicher Besuch im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort wurde uns bei einer Gesprächsrunde von und mit Annette Niewöhner, Leiterin des Referats „Frauen in besonderen Lebenssituationen und gesellschaftliche Teilhabe“ ein Einblick beim BMFSFJ gegeben.

 

Anschließend fuhren wir zu einem Gespräch mit zwei Bundestagsabgeordneten aus dem Sportausschuss, Caren Marks und Ingrid Fischbach, die eine rege Diskussion anstoßen. Erstaunlicherweise brachten wir durch unsere Anregungen unsere Gesprächspartnerinnen zu einigen neuen Erkenntnissen und innovativen Ideen, die sie demnächst in den folgenden Sitzungen des Portausschusses umsetzen möchten. Eine positive Überraschung unsererseits, dass wir Input für die Zukunft liefern konnten.

 

Ein weiteres politisches Highlight war der Donnerstag – unser Shadowingtag – dies bedeute, dass wir einen Tag lang eine Bundestagsabgeordnete aus unserem Wohnort begleiten und somit neue und zum Teil überraschende Einblicke in die politische Arbeit bekamen. Toll war vor allem, dass sich unsere Abgeordneten viel Zeit nahmen und sich Mühe gaben, uns Zusammenhänge zu erklären, Hintergrundwissen zu vermitteln, Transparenzen zu schaffen. Dies hatten wir keineswegs so erwartet und waren dafür natürlich dankbar. Teilweise fing unser Tag als Schatten unserer Bundestagsabgeordneten als Zuschauer im Plenarsaal bei der Sitzung des Bundestags an, wo fleißig getagt, diskutiert und gestritten wurde. Diesem Programmpunkt folgten die Teilnahme an Fraktionssitzungen sowie diverser Arbeitskreise der Fraktionen, Arbeitsgruppen, Ausschüsse, dazwischen schnell mal, wenn überhaupt möglich, ein kleiner Imbiss oder Kaffee zwischendurch, schnell mal ins Büro, um dann wieder zum nächsten Termin zu hetzen. Durchwirkt vom ständigen Klingeln des Handys, wo schnell eine neuer Stand der Dinge, Infos, Änderungen von Seiten des Abgeordnetenbüros durchgegeben wurde, geschweige denn von den vielen Anrufen aus dem Wahlkreis oder der Fraktion, ging unser Shadowing bis Mitternacht.

 

„Politik-Macht-Erfolg-Potenzial, Vision, Zukunftsstrategien“ - Training zur Standort- und Zielbestimmung wurde von Astrid Dinda, Coach und Trainerin für Medien, Politik und Wirtschaft durchgeführt. Dieses Training umfasste:

 

  • Standortbestimmung,
  • Ressourcen- und Potential-Check,
  • Stärken und Schwächen,
  • Werte als Motivatoren,
  • Persönliche, soziale und globale Entwicklung,
  • Lebensaufgabe und Lebensrollen: Die persönliche und berufliche Vision,
  • sich Ziele setzen und Zielstrategien anwenden.

 

Es war zwar ein anstrengender, jedoch auch sehr erfrischender und lustiger Tag, der uns unter anderem aufzeigte, dass wir uns nicht mit unseren Schwächen aufhalten sollen, sondern unsere Stärken stärken sollen. Wie im Zitat von Goethe: „Aus den Steinen, die auf meinem Weg liegen, baue ich mir ein schönes Haus!“

 

Auch, dass man sich gegen Kritik wehren kann, jedoch nicht gegen Lob!

 

Wir waren alle der Meinung, dass dieses ein sehr gelungenes, innovatives, aufbauendes und unterstützendes Training für unser sportliches Engagement sowie unsere persönliche und berufliche Entwicklung war.

 

Wir alle bedanken uns auf diesem Wege bei Marion Zeßner der EAF für die hervorragende Organisation, und vor allem beim ehemaligen Bundesausschuss Frauen im Sport, der es ermöglich hat, dass wir bei diesem Pilotprojekt „Mehr Frauen ins Spiel!“ dabei sein konnten und hoffen auf eine Fortsetzung mit der EAF. Wir werden diesen Workshop weiter empfehlen, denn wie wir von einigen Teilnehmerinnen erfahren haben, wurden schon in den nachfolgenden Tagen, die erarbeiteten und erlernten Strategien u.a. im beruflichen Alltag angewendet. Das krönt den Erfolg!

 

Erica Fischbach

Astrid Gerhardt



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