Lu-Röder-Preis des LSB Hessen

„Die Vereinsbasis war immer meine Heimat.“

 

v.l.: Ilse Ridder-Melchers, die Preisträgerin: Heide Klabers, Dr. Rolf Müller, Barbara Aff
v.l.: Ilse Ridder-Melchers, die Preisträgerin: Heide Klabers, Dr. Rolf Müller, Barbara Aff

In Rodgau-Jügesheim haben der Präsident des Landessportbundes Hessen (lsb h), Dr. Rolf Müller, und die Vorsitzende des Landesauschusses „Frauen im Sport“, Barbara Aff, am 02.03.07 den Lu-Röder-Preis 2006 verliehen. Preisträgerin ist Heide Klabers, im Vorstand der TGS 1895 Jügesheim für den Bereich Ehrenamtsförderung, Mitarbeitergewinnung und Nachwuchsförderung zuständig. Der Preis ist mit einem Preisgeld von 1500 Euro dotiert. Er wird vom lsb h seit 1988 verliehen und würdigt alljährlich Frauen, die sich in engagierter Art und Weise für die Belange von Frauen im Sport einsetzen.

„Mit Heide Klabers zeichnet der Landessportbund eine Frau aus, die es in hervorragender Weise versteht, Frauen und Männer zur Mitarbeit in ihrem Verein zu motivieren. Und das auf den unterschiedlichsten Ebenen“, so Rolf Müller bei der Preisverleihung.

Beachtlich fand auch Ilse Ridder-Melchers, DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, die Leistungen der Preisträgerin. Und lobte gleichzeitig den Landessportbund Hessen für die Schaffung des Lu-Röder-Preises. „Es ist vorbildlich und richtig, mit einem solchen Preis Frauen ins Rampenlicht zu holen, die mit ihrer Arbeit auf vielen Ebenen des Sports wichtige Im-pulse setzen.“

Die Geehrte selbst bleibt ob des Lobes bescheiden. „Der Sport war und ist mein Hobby. Er hat alles, was ich brauche“, so die 1948 in München geborene Preisträgerin.

Nach Hessen verschlug es Heide Klabers zusammen mit ihrem Mann 1977. In der neuen Heimat schlossen sich beide der TGS in Jügesheim an. Hier hat die neue Lu-Röder-Preisträgerin seither deutliche Spuren hinterlassen. Und freut sich, wenn sie heute feststellen kann, dass viele der Frauen, die jetzt als Übungsleiterinnen oder Abteilungsvorstände im Verein aktiv sind, durch ihre Schule gegangen sind. „Darauf kann man schon stolz sein“, so Heide Klabers, die immer noch als Übungsleiterin an der Basis ihr Wissen vermittelt und für viele der Frauen Vorbild in Sachen ehrenamtlichem Engagement ist.

Seit drei Jahren ist sie nun im Gesamtvorstand des Vereins für das Ressort „Ehrenamtsförderung“ zuständig. Weil sie erfahren hat, wie schwierig es sein kann, Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen, hat sich Heide Klabers Gedanken gemacht und wieder einmal neue Wege beschritten. Weg von den „Zufallsquoten“ umschreibt sie die Idee. „Wir können nur etwas erreichen, wenn wir mit den Mitgliedern ständig in Kontakt bleiben“, unterstreicht Heide Klabers. Sie hat deshalb ein Team zusammengestellt, das sich aus Mitgliedern aller Vereinsabteilungen zusammensetzt. Eine Bestandsaufnahme soll dem Team Aufschluss darüber geben, wie und wo es im Vereinsgefüge knirscht. Warum engagieren sich Vereinsmitglieder nicht mehr? Was können wir tun, um an die Leute ranzukommen?

„Das Potential im Verein ist groß“, so Klabers, die für das ehrenamtliche Engagement nicht nur eine „Anerkennungskultur“ im Verein schaffen will. „Wir dürfen potenzielle Mitarbeiter auch nicht gleich mit gewaltigen Aufgaben überfrachten.“ Die könnten eher abschrecken. Deshalb plädiert sie dafür, „kleine Brötchen zu backen“. Soll heißen, die zu übertragenden Aufgaben müssen überschaubar sein. Am besten auch zeitlich begrenzt. „Man muss den Leuten die Chance geben, aus einem Ehrenamt auch wieder aussteigen zu können.“

Dass sie es in den zurückliegenden Jahren geschafft hat, besonders viele Frauen zur Übernahme eines Ehrenamtes im Verein zu motivieren, ist aus Heide Klabers Sicht aber eher Zufall. „Das hat sich über die Tätigkeit in der Turnabteilung ergeben“, vermutet sie. Und sicherlich auch aus der Vorbildfunktion heraus, die Heide Klabers in ihrer Zeit als Leiterin der größten Vereinsabteilung ausgeübt hat. Was sich allein schon an der Zahl der Übungsleiterinnen dort ableiten lässt. Waren es 1991 erst fünf, so sind es heute 40 Frauen und Mädchen, die sich so für den Verein engagieren.

Die innovativen Ideen hinsichtlich der Angebote, die bei der TGS angeboten werden, haben aber nicht nur Frauen gelockt. So ist es Heide Klabers schon Mitte der neunziger Jahre des letz-ten Jahrhunderts gelungen, auch viele ehemalige aktive Männer für den Verein wiederzugewin-nen.

„Die Vereinsbasis war immer meine Heimat“ unterstrich die Lu-Röder-Preisträgerin in Jügesheim eine der Triebfedern ihres Engagements. Und deshalb ist es auch nur logisch, dass sie das Preisgeld für die Arbeit im Verein investieren wird. „Für die Umsetzung unseres Konzeptes zur Mitarbeitergewinnung. Und zwar im Sinne der Gleichberechtigung von Männern und Frauen“ so Heide Klabers, die es sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt hat, vor allem auch jugendliche Vereinsmitglieder für ein ehrenamtliches Engagement in der TGS zu gewinnen, „denn die“ macht sie deutlich „sind unsere Zukunft.“

 


  • v.l.: Ilse Ridder-Melchers, die Preisträgerin: Heide Klabers, Dr. Rolf Müller, Barbara Aff
    v.l.: Ilse Ridder-Melchers, die Preisträgerin: Heide Klabers, Dr. Rolf Müller, Barbara Aff

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