„Frauen, Sport, Integration“ - eine Studie und ihre Umsetzung

Zum Weltfrauentag am 8. März stellte der DOSB heute in Frankfurt eine Studie zur Integration von Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund der Öffentlichkeit vor.

 

Ebru Shikh Ahmad, Ilse Ridder-Melchers, Anna Dogonadze (v.li.) stellten im Haus des Deutschen Sports die Expertise der Uni Bielefeld vor.
Ebru Shikh Ahmad, Ilse Ridder-Melchers, Anna Dogonadze (v.li.) stellten im Haus des Deutschen Sports die Expertise der Uni Bielefeld vor.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will ausgewählte Integrationsprojekte nutzen, um bundesweit mehr Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund in die Sportvereine zu holen. Laut einer vom DOSB in Auftrag gegebenen Studie der Universität Bielefeld treiben ausländische Mädchen im Gegensatz zu den Jungen wenig Sport. In der Altersgruppe der 10 - 11 jährigen Mädchen ist der Anteil der deutschen Kinder in den Sportvereinen dreimal so hoch wie der ihrer Altersgenossinnen mit Migrationshintergrund. 

Im Vorfeld des Internationalen Frauentages (8. März 2007) forderte die DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, Ilse Ridder-Melchers, in Frankfurt die Sportvereine auf, die Ergebnisse der Studie umzusetzen. "Es sind insgesamt 54 bestehende Integrationsprojekte untersucht worden. Ihr Erfolg ist übertragbar, wenn die Vorgehensweise übernommen wird", sagte Ridder-Melchers: "Eine Grundvoraussetzung ist, dass sich die Vereine über die Bedürfnisse der Mädchen klar werden."

Tanzen, Schwimmen, Fußball und Kampfsportarten seien die attraktivsten Angebote für junge Ausländerinnen. Projekte sollten im frühen Kindesalter beginnen und Netzwerke mit Kindergärten, Grundschulen und Ausländervereinen aufbauen. Die Attraktivität der Angebote könne mit zusätzlichen Inhalten wie Sprachkursen gesteigert werden. Nach dem Schritt in den Verein sollten Migrantinnen langfristig in alle Ebenen der Verbandsarbeit eingebunden werden.

Die DOSB-Integrationsbotschafterinnen Ebru Shikh Ahmad (mehrfache Karateeuropameisterin) und Anna Dogonadze (Trampolin-Olympiasiegerin)verdeutlichten, dass Integration durch Sport keine Einbahnstrasse sei - Deutsche und Migranten kämen sich beim Sport so schnell näher wie in kaum einem anderen gesellschaftlichen Feld und entwickelten sich dann gemeinsam weiter.

Der DOSB will bis Sommer 2007 interessierte Verbände und Vereine zu einem Workshop einladen, um aus diesem Kreis in zehn Städten mit hohen Ausländerinnenanteilen zielgruppenorientierte Angebote aufzubauen oder bestehende zu verstärken. "Der Sport geht damit gezielt eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen an," so Ridder-Melchers, "und er kann es, denn er ist Integration."

 
Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterDie Expertise untersucht, wie Sport bei der Integration helfen kann: Anerkennung vermitteln, Kontakte schaffen, die eigene Stärke erleben lassen. Sport vermittelt Schlüsselqualifikationen, wie z. B. sprachliche und soziale Kompetenzen, die eine Teilhabe an der Zivilgesellschaft fördern. Die Studie hat 54 bestehende Integrationsprojekte analysiert und Empfehlungen aus den Ergebnissen abgeleitet. Der DOSB wird die Empfehlungen konkret umsetzen: in zehn Städten mit hohen Ausländerinnenanteilen werden mit interessierten Verbänden und Vereinen zielgruppenorientierte Kombi-Angebote in den bevorzugten Sportarten (z.B. Kampfsport, Schwimmen, Gymnastik, Tanz- und Ballsport) aufgebaut oder bestehende verstärkt. Wichtig sei, so Ridder-Melchers, die Erfahrungen erfolgreicher Projekte umzusetzen. Sie kombinierten Sport mit weiteren Modulen, z.B. Spracherwerb. Netzwerke mit örtlichen Kooperationspartnern außerhalb des Sports sicherten die Nachhaltigkeit. Migrantinnen würden als Übungsleiterinnen und damit als Multiplikatoren gewonnen.

Öffnet einen internen Link im aktuellen FensterLesen  Sie dazu auch den Kommentar: "Gedöns" um Frauen machen Männer


  • Ebru Shikh Ahmad, Ilse Ridder-Melchers, Anna Dogonadze (v.li.) stellten im Haus des Deutschen Sports die Expertise der Uni Bielefeld vor.
    Ebru Shikh Ahmad, Ilse Ridder-Melchers, Anna Dogonadze (v.li.) stellten im Haus des Deutschen Sports die Expertise der Uni Bielefeld vor.

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