Bianka Schreiber-Rietig Gleichstellungspreis 2015

Die Gleichstellungspreisträgerin Bianka Schreiber-Rietig mit Urkunde und Blumenstrauß im Kreis der Gratulanten (v.li.): DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe, Ulrike Spitz, DOSB-Präsident Alfons Hörmann; Foto: DOSB/Timm Schamberger
Die Gleichstellungspreisträgerin Bianka Schreiber-Rietig mit Urkunde und Blumenstrauß im Kreis der Gratulanten (v.li.): DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe, Ulrike Spitz, DOSB-Präsident Alfons Hörmann; Foto: DOSB/Timm Schamberger

Bianka Schreiber-Rietig, ehemalige stellvertretende Sport-Ressortleiterin der Frankfurter Rundschau, erhielt den Preis  für ihren langjährigen beruflichen und ehrenamtlichen Einsatz für die Gleichstellung von Mädchen und Frauen im Sport.

Die Laudatio auf Schreiber-Rietig hielt die Pressesprecherin des DOSB, Ulrike Spitz, die an die gemeinsame Zeit bei der Rundschau erinnerte, als die beiden Frauen eine rare Spezie unter fast ausschließlich männlichen Kollegen waren. Damals, so Spitz, hätten sich Sportjournalistinnen selbst in riesigen Pressezentren schnell gefunden. Gerade mal drei Prozent betrug 1986 der Anteil an Frauen unter den rund 1.000 Sportjournalisten in den öffentlichen Medien. Bianca Schreiber-Rietig habe schon zu dieser Zeit mit Beharrlichkeit Themen durchgesetzt, die ihr wichtig waren. Kurzfristige Hypes habe sie misstrauisch beäugt, stattdessen die gesellschaftspolitische Bedeutung des Sports immer in den Mittelpunkt gerückt.

Spitz zählte die Themen auf, für die Bianka Schreiber-Rietig sich auch heute noch engagiert und über die sie in Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen und im Rundfunk berichtete: die spezielle Problematik bei Sportlerinnen in Sportarten, in denen in sehr jungem Alter, Spitzenleistungen erwartet werden, z.B. von Turnerinnen oder Schwimmerinnen, psychosomatische Störungen von Athletinnen, auch Essstörungen (lange bevor sie ein breiteres Thema wurden), die Geschichte des Frauenfußballs, die Frauen im Vereins- und Gesundheitssport sowie die Entwicklungen der Trainerinnen.

All das habe Bianka Schreiber-Rietig zu einer der bekanntesten Sportjournalistinnen Deutschlands gemacht, die 1991 zum "Sportjournalisten des Jahres" gewählt wurde. Der männliche Titel sei in diesem Fall keine Diskriminierung, erläuterte Spitz dem Auditorium, sondern eine ganz besondere Auszeichnung. "Denn du hast dich gegen alle durchgesetzt, nicht nur die später eingeführte Frauenwertung gewonnen." 

Dabei sei Schreiber-Rietig beileibe keine reine Theoretikerin. In den 70er Jahren hat die heute in Berlin lebende Journalistin in ihrer Heimat im oberfränkischen Mehlmeisel eine Frauen-Fußballmannschaft gegründet. Heute klinge das nicht mehr, als sei das etwas Besonderes. "Aber damals", sagte Spitz, "waren die Widerstände groß, kickende Frauen galten als unweiblich, wurden bekämpft oder mindestens nicht ernst genommen." Das habe sich zum Glück geändert, Fußball spielende Frauen seien heute ein selbstverständliches Bild. Bianka Schreiber-Rietig habe mit dazu beigetragen, Frauen das ganze Spektrum des Sports zu öffnen. Ihr neuestes Projekt ist ebenso engagiert: Sie will mit Flüchtlingsfrauen deutsch lernen - spielerisch, mit dem und durch den Sport.

Laudatio Bianca Schreiber-Rietig >>>

Laudatio Magdalena Schnurr >>>


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    Die Gleichstellungspreisträgerin Bianka Schreiber-Rietig mit Urkunde und Blumenstrauß im Kreis der Gratulanten (v.li.): DOSB-Vizepräsidentin Dr. Petra Tzschoppe, Ulrike Spitz, DOSB-Präsident Alfons Hörmann; Foto: DOSB/Timm Schamberger

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