Anja Matthies: Mit Leidenschaft in die zweite Handball-Karriere

Aus einem reinen Männerverein ist ein gemischtes Präsidium geworden.

 

 

 

 

Dr. Anja Matthies gehört seit September zur Führung des Deutschen Handballbundes. Sie ist als erste Frau im DHB-Präsidium eine Pionierin, aber ihr Engagement empfindet sie deshalb nicht als außergewöhnlich. „Steine”, sagt sie, „sind mir nie in den Weg gelegt worden. Ich habe immer eine positive Resonanz verspürt.”

 

Im Team des neuen DHB-Präsidenten Bernhard Bauer ist Anja Matthies als Vizepräsidenten für das Ressort Recht zuständig. Natürlich ergibt sich das aus ihrer beruflichen Qualifikation - Matthies ist Rechtsanwältin mit eigener Kanzlei in Hamburg. „Ob es an dieser Stelle eine Frau oder einen Mann gibt, ist egal. Grundsätzlich war es an der Zeit für eine Frau im DHB-Präsidium”, sagt die 38-Jährige. Aber gerade jetzt passt ihr Einsatz bestens, denn Frauen und Frauenhandball rücken mit Blick auf die Frauen-Weltmeisterschaft 2017 in Deutschland mehr und mehr in den Fokus.

 

Anja Mathies bereichert mit ihrem Erfahrungsschatz auch das Projekt 2017: durchsetzungsfähig als Kreisläuferin der Jugend- und Juniorinnen-Nationalmannschaft, kreativ als Rückraum Mitte ihres Stammvereins Wandsbek 72, seit 2009 bereits im Hamburger Handballverband als Vizepräsidentin für Jugend und Leistung zuständig und zudem Mutter eines Sohnes. „Im Präsidium hat zwar jeder seine Aufgabe, aber wir diskutieren sehr vielseitig und bringen uns über die Grenzen unseres jeweiligen Ressorts hinaus ein”, sagt Anja Matthies.

 

Dass sie sich seit nunmehr fünf Jahren als Funktionärin engagiert, ist vor allem der prägenden Zeit als Auswahlspielerin und Erika Petersen geschuldet. Die damalige DHB-Mädelwartin und langjährige Vorsitzende der Frauen-Kommission ermutigte Anja Matthies zur zweiten Karriere im Handball. „Am liebsten möchte ich noch selbst spielen”, sagt sie. „Ich sehe mich nicht als Funktionärin, sondern viel mehr als Sportlerin, die im Verband mitarbeitet.” Und ihre Motivation für den Einsatz? Sie muss ein wenig um Worte ringen, aber letztlich fällt ihr auch diese Antwort sehr leicht: „Nach der eigenen aktiven Zeit möchte ich dem Handball etwas von dem zurückgeben, das ich bekommen habe. Dieser Sport ist meine Leidenschaft.”

 

Leidenschaft muss sie Tag für Tag mitbringen, denn die Kombination aus Beruf und Ehrenamt verlangt ein optimales Zeitmanagement, schließlich kommen zum ohnehin umfangreichen Portfolio noch weitere Aufgaben - zum Beispiel als Mitglied des Landesausschusses Leistungssport. „Ohne die Unterstützung der Familie”, sagt Anja Matthies, „wäre all das nicht möglich.”

 



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