Weihnachts- und Neujahrsgrüße der Vizepräsidentin Petra Tzschoppe

Liebe Leser*innen,

wenn sich ein Jahr dem Ende zuneigt, blicken wir gern noch einmal zurück und versuchen, das Erreichte zu bilanzieren. Das tut alljährlich auch das Weltwirtschaftsforums (WEF) mit einer Studie, die den jeweils erreichten Stand der Geschlechtergleichstellung weltweit betrachtet.

v.l.n.r. Dr. Petra Tzschoppe, Kloty Schmöller, Katharina von Kodolitsch, Sybille Hampel, Juliane Bötel, Silke Renk
v.l.n.r. Dr. Petra Tzschoppe, Kloty Schmöller, Katharina von Kodolitsch, Sybille Hampel, Juliane Bötel, Silke Renk

Mit dem aktuellen „Global Gender Gap Report 2020“ analysierte die Organisation in insgesamt 153 Staaten vier Bereiche: Wirtschaft u.a. mit Gehältern und Chancen auf Führungspositionen, Zugang zu Bildung, politische Mitwirkungsmöglichkeiten sowie Gesundheit, etwa Lebenserwartung. Bis weltweit Gleichberechtigung erreicht ist, würde es laut WEF beim derzeitigen Tempo noch etwa ein Jahrhundert dauern. Dabei könnten ohne die gleichberechtigte Beteiligung der Frauen – „der Hälfte des weltweiten Talents“ – weder die Volkswirtschaften zum Wohle aller wachsen, noch die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen erreicht werden. Die Spitzenposition nimmt übrigens wiederum Island ein, die Lücke zwischen Männern und Frauen ist hier mittlerweile zu fast 88 Prozent geschlossen, auf Rang zwei und drei folgen Norwegen und Finnland.


Deutschland liegt in diesem globalen Ranking auf Platz zehn. Das ist zwar um vier Positionen besser als im Vorjahr, aber eben auch nicht so richtig Spitze. Vergleichsweise gut ist es in Deutschland um die Beteiligung von Frauen in politischen Führungspositionen bestellt, eher schlecht hingegen, wenn es um gleiche Einkommen oder gerechte Aufteilung von Elternzeiten geht.

Diese Einschätzung lässt sich durchaus übertragen, wenn wir am Ende des Jahres auf den Stand der Geschlechtergerechtigkeit in Sportdeutschland blicken. In den Führungspositionen des DOSB sind mittlerweile sowohl Präsidium als auch Vorstand vorbildlich aufgestellt. Dies lässt sich für die ehrenamtlichen Präsidien bzw. Vorstände der Mitgliedsorganisationen noch nicht in gleicher Weise bilanzieren, hier sind Frauen ebenso wie in den hauptberuflichen Führungsgremien noch immer deutlich unterrepräsentiert. Gleichermaßen werden die Talente von Frauen bisher viel zu wenig genutzt, wenn wir etwa nach Bundestrainerinnen fragen. Und es gibt zwar zahlreiche bemerkenswerte Athletinnen in Sportdeutschland, die aber eben leider nicht von den Medien bemerkt werden – sie finden in einer männerfußball-dominierten Berichterstattung nahezu gar nicht statt.

Das Weltwirtschaftsforum fordert in seiner Studie rasche Schritte, um die Geschlechterlücke zu schließen. Auch wir haben es nicht beim Feststellen der Situation belassen, sondern auch im zurückliegenden Jahr wieder geackert und gesät, damit die Geschlechtergerechtigkeit im Sport wachsen kann. Wir haben die Kontakte zu den Medien ausgebaut, um starke Frauen, die es im Sport sehr wohl gibt, auch sichtbar zu machen; die Plattform „bravestories“ tut dies nun schon in herausragender Weise. Mit Partner*innen innerhalb und außerhalb des Sports haben wir weiterhin den Boden bereitet für den Schutz vor sexualisierter Gewalt im Sport. Auch aus dem erfolgreich abgeschlossenen Mentoring-Programm 2018/19 werden ganz sicher neue Frauen für Führungsposition heranwachsen.

So wie beim Kampf um Medaillen in sportlichen Wettbewerben sollten wir auch in Sachen Geschlechtergerechtigkeit nach Spitzenpositionen streben und uns nicht mit Platz 10 zufriedengeben. Und ebenso wie für sportliche Erfolge bedarf es auch dafür intensiver Anstrengungen und eines starken Teams.


Mit der Wahl der Sprecherinnen hat die Frauen-Vollversammlung am 27. September 2019 in Leipzig die Teammitglieder in Sachen Gleichstellung für die nächsten vier Jahre gewählt. Ich freue mich sehr, mit den Sprecherinnen Juliane Bötel, Sybille Hampel, Katharina von Kodolitsch, Silke Renk und Kloty Schmöller wieder ein Team zu haben, dass auf allen Positionen sehr stark besetzt ist.

Im Namen dieses gesamten Teams, zu dem selbstverständlich ganz unverzichtbar auch die hauptberufliche DOSB-Crew gehört, wie auch persönlich, möchte ich Ihnen sehr herzlich Danke sagen für die Unterstützung und das Vertrauen, das Sie uns im zurückliegenden Jahr entgegengebracht haben.

Wir wünschen Ihnen allen besinnliche, frohe Festtage, Zeit für Familie und Freunde, Ruhe für ein Innehalten und Auftanken sowie einen gesunden und sportlichen Start in das neue Jahr.

Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam in 2020 nach Spitzenpositionen zu streben.

Ihre

Petra Tzschoppe


  • v.l.n.r. Dr. Petra Tzschoppe, Kloty Schmöller, Katharina von Kodolitsch, Sybille Hampel, Juliane Bötel, Silke Renk
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